BiografieMelanie Barth begann im Alter von 8 Jahren das Akkordeonspiel zu erlernen. Während sie die strenge Ausbildung in der damaligen DDR durchlief, spielte sie vor allem osteuropäische Folklore und Volksmusik. Bereits als Kind und Jugendliche nahm sie an etlichen Wettbewerben und Konzertreisen in der damaligen DDR, Polen und dem heutigen Weißrussland teil. Vor allem die Konzertreisen in die östlichsten Regionen Europas sind eine der intensivsten musikalischen Erfahrungen, die sie bis dahin erlebte. Sie wurde Preisträgerin verschiedenster regionaler, nationaler und internationaler Wettbewerbe, u.a. gewann sie den 1. Preis um den deutschen Akkordeonmusikpreis 1991 in Baden-Baden, den 3. Preis beim internationalen Akkordeonwettbewerb in Klingenthal, 1989. An der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin studierte sie bei Prof. Gudrun Wall Akkordeon und nahm außerdem bei den weltweit bedeutendsten Akkordeonisten aus dem „klassischen“ Bereich an Meisterkursen teil. Sie begegnete dabei Joseph Macerollo (Can), Mie Miki (Jap), Elsbeth Moser (Ch), Ivano Battiston (Ita), Mogens Ellegaard (Dän). 1993 gewann sie ein Stipendium des DAAD, dem ein Aufbaustudium bei Mogens Ellegaard in Dänemark folgen sollte, der leider völlig unerwartet kurz vor Antritt des Studiums verstarb. Geprägt von der unaufhörlichen Suche nach einer individuellen Ausdrucksform auf dem Akkordeon folgte ein 2 jähriges Meisterstudium in Berlin. In dieser Zeit setzte sie sich sehr intensiv mit ihrem Instrument und Musik ganz allgemein auseinander. Sie arbeitete mit Komponisten zusammen und betätigte sich intensiv im kammermusikalischen Bereich, vorzugsweise in der zeitgenössischen Musik und im Barock. Igor Strawinski, Sofia Gubaidulina und vor allem Johann Sebastian Bach haben Melanie Barth stark inspiriert. Sie erlernte neben dem Studium kurzzeitig das Cellospiel, nahm bei Klaus Gutjahr Bandoneonunterricht, mit dem sie auch einige Konzerte im Duo absolvierte und gemeinsam eine Bandoneonschule schrieb. Hier begegnete sie erstmalig dem Tango Argentino, dem sie aber noch nicht ihre volle Aufmerksamkeit schenken konnte. Besonders nachhaltig wirkte in dieser Zeit der 2 jährige Unterricht an der Orgel bei Matthias Sauer an der Hedwigskathedrale in Berlin. Sie beschloss, keine Orgelwerke mehr auf dem Akkordeon zu spielen. Neben dem Studium war sie Akkordeonistin in dem damals sehr erfolgreichen „KAMA Theater“, einem Kreuzberger Off-Theater, in welchem sie in mehren Musicals mitwirkte („Edith Piaf – Ich bereue nichts“, „Hexen“). Dabei begegnete sie einigen bedeutenden Schauspielern und Musikern der Berliner Jazzscene, u.a. Paul Kleber und dem heutigen Prof. Wolfgang Köhler. Erfolgreiche Gastspiele am Theater des Westens und der Deutschen Staatsoper folgten. In der Zusammenarbeit mit den Musikern entdeckte sie den Reiz des Improvisierens, der zu einer Vorliebe werden sollte und dessen Grundstein in Kinderzeiten ihr Lehrer Eberhard Mayer gelegt hat. Melanie Barth faszinierte schon immer alle Rhythmik in der Musik und melancholischen Melodien. „Melanie Barth verfügt über ein unnachahmliches Rhythmusgefühl“ hieß es in den ersten Pressekritiken. Es war also nur noch eine Frage der Zeit, bis sie die Welt des Tango Argentino und das Werk von Astor Piazzolla für sich entdeckte. Anfang der 90er Jahre wurde ein Feuer für diese Musik entfacht, eine Leidenschaft, die bis heute anhält. Anstoß dafür war die Begegnung im Rahmen eines Meistekurses mit dem bedeutenden Jazzakkordeonisten Richard Galliano, den sie im Jahre 2007 in Italien erneut begegnete und dem bedeutenden Bandoneonisten Juan José Mosalini. 1995 gründete Melanie Barth gemeinsam mit Marie-Elsa Drelon das Tangoensemble Yira Yira, das sich „innerhalb kürzester Zeit zu einem der gefragtesten Tangoensembles in ganz Deutschland empor spielte“. Hier vereint sie hervorragende Jazz- und Tangomusiker „von bemerkenswerter Ambition und Reputation“. Oli Bott, Marc Muellbauer, Genadi Desiatnyk und Frank Schulte stehen ihr bis heute zur Seite. Für dieses Ensemble übernahm sie die musikalische Leitung und schrieb etliche Arrangements. Zahlreiche Konzerte, Tangobälle, aber vor allem Shows („Midnight Tango“ mit dem Tanzduo Stravaganza, „Tango Ballett“ mit der Almavo Dance Company mit Maud Toledano) führten das Ensemble in Berlin, in ganz Deutschland und angrenzende Nachbarländer in bedeutende große Konzertsäale. Das ICC in Berlin, die Berliner Philharmonie, die Konzerthalle Frankfurt/Oder, Opernhäuser in Kiel und Kassel sind nur einige bedeutende Orte, an denen das Ensemble seit dieser Zeit gastierte. Etliche Lobeshymnen der Presse berichten von dem „hochkarätigen Ensemble“ und seinen Konzerten. 2 CD – Produktionen, „Midnight Tango“, „live in Berlin“ sind entstanden. Weiterhin arbeitet Melanie Barth mit Komponisten zusammen, die für Yira Yira komponieren, u.a. dem Saxophonisten und Komponisten Jonas Schön. Melanie Barth ist eine offene Musikern. Seit 2006 entdeckte sie wieder den Reiz kleinerer Formationen und dem solistischen Spiel. In der Zusammenarbeit mit Horst Nonnenmacher am Bass und Harald Kündgen am Vibraphon verarbeitete sie moderne Einflüsse und führt neueste Tangokompositionen auf. Sie ist eine gefragte Akkordeonistin für Lesungen und Theaterproduktionen, u.a. neben Cathrin Pfeifer am Berliner Ensemble, dem Brandenburger Theater, dem „Hans Otto Theater“ in Potsdam. Sie spielt immer wieder für Funk und Fernsehen, für DVD - Produktionen („Oblivion“, 2006, „Kleine Freiheit“, 1998, „Baby“. 2002). 1995 war sie musikalische Beraterin in dem international preisgekrönten Film „Weltmeister“. Sie arbeitet als Studiomusikerin im Rock- und Popbereich (u.a. für Warner, „Habibi“ von Milk & Honey, A&R Records, Wasi - London). Aber auch für Konzerte mit dem Rundfunk Sinfonie Orchester Berlin und Wenzel wurde sie eingeladen, mit welchem sie im Berliner Schauspielhaus gastierte. Seit 2007 spielt sie regelmäßig im Ensemble Muzet Royal. Melanie Barth begleitete in ihrer bisherigen Laufbahn zahlreiche Sängerinnen und Sänger, u. a, Anna Saeki (Jap). 2009 arbeitete Melanie Barth mit der italienischen und international bekannten Sängerin Etta Scollo zusammen. 2009 begegnete sie Erich Schachtner, Gitarre und Evert van der Wal, Percussion. Mit beiden ist sie gelegentlich im Trio Tico Tico auf der Bühne zu hören. Melanie Barth ist Dozentin an der Universität in Potsdam, gibt Tango Workshops und wird als Beraterin bei Publikationen von Akkordeonmusik herangezogen. |
| Zuletzt aktualisiert am Montag, den 16. Januar 2012 um 10:15 Uhr |